Zahlung nach dem Umzugstag
Was ein Umzug kostet – und was auf der Rechnung steht
Richtwerte aus dem Schweizer Markt, die üblichen Positionen einer Umzugsrechnung und die Posten, die am häufigsten nachträglich dazukommen.
Offerten vergleichenkostenlos und unverbindlich
Zwei Arten, einen Umzug abzurechnen
Fast alle Offerten in der Schweiz folgen einem von zwei Modellen. Bei der Stundenabrechnung zahlen Sie die tatsächlich geleistete Zeit, meist mit einem Satz, der Fahrzeug und zwei Mitarbeitende einschliesst. Bei der Pauschale steht der Preis vorher fest, solange der vereinbarte Umfang gleich bleibt.
Beide Modelle sind in Ordnung – sie verteilen nur das Risiko anders. Die Stundenabrechnung ist günstiger, wenn alles glattläuft, und teurer, wenn etwas dazwischenkommt. Die Pauschale kostet im Normalfall etwas mehr, dafür tragen Sie das Zeitrisiko nicht.
Wer eine Pauschale will, muss den Umfang beschreiben lassen: Anzahl Zimmer, Stockwerk, Lift, Möbel, die zerlegt werden müssen. Eine Pauschale ohne Leistungsbeschreibung ist keine Pauschale, sondern eine Schätzung mit anderem Namen.
Richtwerte aus dem Schweizer Markt
Die folgenden Stundensätze gelten als ungefähre Marktpreise inklusive Fahrzeug und zwei Umzugsmitarbeitenden. Sie stammen von Vergleichsofferten und dienen zur Einordnung, nicht als Angebot.
| Region | Pro Stunde |
|---|---|
| Zürich und Umgebung | CHF 110–160 |
| Bern, Aargau, Solothurn | CHF 95–140 |
| Basel und Nordwestschweiz | CHF 100–150 |
| Luzern und Zentralschweiz inklusive Zug | CHF 100–145 |
| St. Gallen und Ostschweiz | CHF 90–130 |
| Genf und Lausanne | CHF 120–170 |
| Tessin | CHF 90–130 |
| Bergregionen | CHF 110–160 |
Für eine 3-Zimmer-Wohnung nennt Vergleichsofferten je nach Region Richtwerte von rund CHF 800 bis 2500. Die Spanne ist so breit, weil Stockwerk, Lift, Tragewege und Zusatzleistungen stärker durchschlagen als die Quadratmeterzahl.
Die Posten, die am häufigsten dazukommen
Wenn eine Rechnung höher ausfällt als die Offerte, liegt es selten am Stundensatz. Fast immer sind es Leistungen, die am Umzugstag entstanden sind und vorher niemand angesprochen hat.
- Halteverbot und Parkplatzreservation – muss bei der Gemeinde beantragt werden, kostet Gebühr und Vorlaufzeit
- Tragewege – lange Distanz zwischen Fahrzeug und Eingang, oft unterschätzt
- Möbellift – wenn Treppenhaus oder Lift nicht ausreichen
- Demontage und Montage – Schränke, Betten, Küchengeräte
- Entsorgung – wird nach Menge verrechnet, nicht pauschal
- Zwischenlagerung – läuft monatlich weiter, auch bei kurzen Überbrückungen
- Arbeit ausserhalb üblicher Zeiten – Abend, Wochenende, Feiertag
Alle diese Punkte lassen sich vor der Buchung klären. Danach sind sie Verhandlungssache, und die Verhandlungsposition ist am Umzugstag schlecht.
Wo sich wirklich sparen lässt
Am Stundensatz lässt sich kaum verhandeln – er bildet Löhne, Fahrzeug und Versicherung ab. Sparen lässt sich fast ausschliesslich über den Umfang und über den Termin.
Weniger transportieren. Der mit Abstand grösste Hebel. Was vorher aussortiert wird, muss nicht getragen, nicht gefahren und nicht wieder ausgepackt werden. Entsorgung durch die Firma kostet ebenfalls, ist aber meist günstiger als der Transport in die neue Wohnung.
Selbst packen. Kartons packen ist Arbeitszeit, und Arbeitszeit ist der Hauptposten. Wer Bücher, Kleidung und Geschirr selbst verpackt, verschiebt mehrere Stunden aus der Rechnung in das eigene Wochenende.
Termin wählen. Monatsende und die Zeit um Quartalswechsel sind gefragt. Mitte Monat und unter der Woche ist mehr Spielraum – sowohl beim Preis als auch bei der Terminwahl.
Zugang vorbereiten. Reservierter Halteplatz direkt vor dem Eingang spart Tragewege, und Tragewege kosten Zeit. Die Gebühr für eine Parkplatzreservation ist in der Regel kleiner als die Stunden, die sonst dazukommen.
Was sich dagegen selten lohnt: an der Versicherung sparen oder eine Firma wählen, deren Offerte deutlich unter allen anderen liegt. Der Unterschied taucht meistens später auf der Rechnung wieder auf.
Fragen zu den Kosten
Ist Stundenabrechnung oder Pauschale günstiger?
Im Durchschnitt die Stundenabrechnung, solange der Umzug wie geplant läuft. Die Pauschale kostet meist etwas mehr, schützt aber vor Mehrstunden. Wer wenig Zeitpuffer hat oder einen unübersichtlichen Umzug plant, fährt mit der Pauschale ruhiger.
Ist die Mehrwertsteuer in den Richtwerten enthalten?
Das hängt vom Anbieter ab. Offerten für Privatkunden werden häufig inklusive ausgewiesen, Offerten für Firmen exklusive. Die Angabe steht auf dem Angebot – wenn nicht, lohnt sich die Rückfrage vor dem Vergleich mehrerer Offerten.
Warum unterscheiden sich Offerten für denselben Umzug so stark?
Weil sie oft nicht dasselbe enthalten. Eine Offerte rechnet Material mit, die andere nicht; eine plant Demontage ein, die andere setzt sie voraus. Erst wenn die Positionen vergleichbar sind, lässt sich über den Preis sprechen.